Aufguss à la Carte – Sauna-Koch Sandro Sergi im Porträt 18.09.2025
Den Kochlöffel hat er gegen die Saunakelle getauscht. Naja, ganz streng genommen hat er den Elektroherd gegen den Saunaofen getauscht. Der gelernte Koch liebt es nämlich, in der Sauna zu „kochen“. Als „Neuer“ im Team begeistert er nicht nur mit selbstgemachten Destillaten, er ist auch schon im Wettkampfmodus: Nach seinem Debüt beim Herbal Cup Austria im letzten Jahr, geht er auch heuer von 3.-5. Oktober wieder an den Start!
Sandro, du bist gelernter Koch. Wie bist du Saunameister geworden?
Sandro: Durch meine Frau! Ditta ist selbst begeisterte Aufgießerin. Eigentlich ist sie Masseurin im Gesundheitszentrum, aber sie gießt in der Alpentherme auch leidenschaftlich gern auf. Und wenn ich sie zwischen Arbeit & Hobby mal zu Gesicht bekommen wollte, musste ich eben in die Sauna gehen. (lacht) Zum Geburtstag hat sie mir dann einen Saunameister-Kurs geschenkt – und ich war sofort vom „Aufguss-Virus“ infiziert.
Was fasziniert dich heute am meisten an diesem Beruf?
Sandro: Die Kreativität. Du kannst mit Düften spielen wie in einer Küche. Als Koch habe ich meine Leidenschaft im Destillieren gefunden. Ich habe schon alles destilliert: Flieder, Holunder, Rosenblüten, sogar Erdbeeren, bis mir die Samen die Destille verstopft haben – die ist mir dann buchstäblich um die Ohren geflogen. Sowas passiert. Aber auch Fehlversuche gehören irgendwie dazu.
Beim Herbal Cup 2024 warst du zum ersten Mal bei einem Wettkampf mit dabei. Wie war das für dich?
Sandro: Ich war wahnsinnig nervös und dachte, die fressen mich in der Saunakammer gleich auf. (lacht) Aber es war großartig. Ich habe das Thema „Reise nach Italien“ gewählt. Dafür habe ich eigene Destillate aus Tomate, Thymian, Rosmarin, Grapefruit und Kaffee gemacht. Das sind Aromen, die mich an meine Heimat erinnern. Darum haben wir den Heimatbesuch auch gleich mit einer Shopping-Tour verknüpft: Alle Zutaten waren aus Italien. Der Kaffee sogar aus meinem Heimatdorf Santa Maria de Leuca – das ist ganz unten im Süden. Am Ende wurde es Platz 8 – ein toller Einstieg für mich!
Mit welchem Gefühl gehst du heuer an den Start?
Sandro: Mit Bammel. (schmunzelt) Aber ich freue mich darauf. Ich möchte wieder in der Sauna „kochen“, denn Küche und Sauna lassen sich wunderbar verbinden. Ob ich den Gästen ein mediterranes, ein asiatisches oder ein arabisches Aufguss-Menü serviere, daran tüftle ich noch.
Beim Herbal Cup geht es ja darum, ausschließlich natürliche Materialien für die Aufgüsse und Peelings zu verwenden. Woher nimmst du die Inspiration?
Sandro: Vieles kommt natürlich aus der Küche. Die Kombination von verschiedenen Aromen zum Beispiel. Aber ich gehe auch mit offenen Augen durch die Natur und frage mich: Woraus könnte man ein schönes Destillat machen? Mein Liebling zuletzt war ein Hydrolat aus Liebstöckl – das war der Hammer. Neue Destillate probiere ich dann gern in der Cascadia aus und unsere Stammgäste geben mir hier wirklich ein sehr gutes Feedback.
Worauf freust du dich am meisten beim Herbal Cup?
Sandro: Auf den Austausch mit den anderen Saunameisterinnen und -meistern. Man lernt jedes Mal viel und schaut sich auch mal was ab. Da wird auch viel Wissen geteilt und das macht unsere Community so besonders.
Was erwartet die Gäste beim Herbal Cup?
Sandro: Sehr viel Kreativität und Handarbeit! Jeder Aufguss und jedes Peelig ist anders und es steckt sehr viel Persönlichkeit in der Auswahl der Kräuter und Materialien und natürlich auch in den Präsentationen. Saunafans erleben hier nicht nur tolle Aufgüsse mit allem, was die Natur so hergibt, sondern nehmen auch Ideen für die eigene Heimsauna mit.
Letzte Frage: Was darf bei deinem persönlichen Sauna-Moment niemals fehlen?
Sandro: Ich sag dir, was auf keinen Fall rein darf: „Schlapfen“. Alles andere gehört dazu – Wärme, Düfte, Entspannung. Aber Schlapfen haben in der Sauna nichts verloren. Die bleiben bitte draußen!