Massagen
Massagen sind eine seit Jahrhunderten bewährte und sehr angenehme Form der Behandlung. Wissenschaftliche Untersuchen belegen die heilende und die Stimmung aufhellende Wirkung von Massagen.Das Spektrum reicht von der klassischen Massage bis hin zu Lymphdrainage, Tuina oder Fußreflexzonenmassage. Die jeweilige Technik orientiert sich am Gesundheitszustand des Patienten.
Optimale Wirkung erzielen Massagen, wenn sie regelmäßig und in kurzen Abständen angewandt werden. Empfohlen wird eine Serie von sechs bis zehn Massagen mit je zwei bis drei Behandlungen pro Woche.
Teil- und Ganzmassage
Es werden dabei typische Massagegriffe wie Streichen, Reiben, Kneten und punktuelle oder flächenförmige Erschütterungen angewandt. Dadurch wird eine Wirkung auf Haut, Unterhaut, Muskulatur, Bindegewebe, Nerven, Blut- und Lymphgefäße hervorgerufen. Ziele der Massagen sind Schmerzlinderung, Verbesserung der Durchblutung sowie Abtransport von Schadstoffen. Ebenso wird die Psychosomatik durch Schmerzlinderung und Verbesserung der Atmung positiv beeinflusst.
Unterstützend wird die Massage bei Wärmebehandlung, Bewegungstherapie, Unterwassertherapie und Extensionsbehandlung eingesetzt. Je nach Erkrankung erfolgt die Behandlung in Form einer Ganzmassage oder als Teilmassage.
Anwendungsbereiche
- Erkrankungen der Muskulatur (Muskelverhärtung, -verkürzung)
- Erkrankungen von Wirbelsäule und Gelenken (Arthrosen, Spondylosen, Osteoporose) und die damit verbundenen Schmerzen in der Stützmuskulatur
- Fibromyalgiforme Beschwerden
- zur generellen Hebung des Wohlbefindens
Manuelle Lymphdrainage
Die Lymphdrainage ist eine spezielle Art der Massage. Sie hat eine Einwirkung auf das Lymphgefäßsystem und auf die im Zwischenzellgewebe (Bindegewebe) abgelagerte Lymphflüssigkeit.
Durch spezielle Griffe wird der Abfluss überschüssiger Lymphflüssigkeit angeregt. Dies führt zu einer Stoffwechselaktivierung, zum Lösen von Schlackenstoffen und zu einer vegetativen Umstimmung.
Die Massage geht von den herzfernen Zonen des Körpers aus, in Richtung des Herzens und erfolgt außerordentlich sanft.
Anwendungsbereiche
- Schwellungszustände nach Operationen und Verletzungen (Knochenbrüche, Verrenkungen, Prellungen)
- Zustand nach Amputationen, Bestrahlung, nach längerer Ruhigstellung der Arme und Beine (z.B. nach Gipsverbänden)
- Chronischer Schleimhautkatarrh (Nasennebenhöhlen, Bronchien)
- Arthrosen
- Stauungs- und Schwellungszustände der Beine (venenbedingt)
- Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Nervosität, depressive Verstimmung
Bindegewebsmassage
Diese Methode wurde Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts entwickelt. Sie behandelt reflektorische Zonen im Bindegewebe und wirkt auf die inneren Organe.
Durch die Bindegewebsmassage erfolgt in diesen Bereichen eine Stimulation, das Organsystem wird vegetativ umgestimmt. Motorik, Durchblutung und Funktion werden dadurch neu reguliert. Die Massage selbst ist anstrengend und wegen der stechenden und schmerzenden Empfindungen nicht gerade angenehm. Der zu erreichende Erfolg rechtfertigt aber diese (vorübergehenden) Unannehmlichkeiten. Die Behandlungsdauer sollte bis zum Erreichen einer ausgeglichenen Reaktionslage erfolgen.
Anwendungsbereiche
- Erkrankung der inneren Organe und des vegetativen Nervensystems
- Arterielle Gefäßerkrankungen
- Erkrankungen der Atemwege und des Verdauungstraktes
- Gynäkologische Erkrankungen
- Schmerzen an der Wirbelsäule wie Lumbalgie oder Schmerzen bei Morbus Bechterew
Segmentmassage
Ähnlich der Bindegewebsmassage werden hier reflektorische Zonen im Bindegewebe behandelt, die bestimmten Organen zugeordnet sind. Die Technik ist aber wesentlich sanfter.
Durch die Segmentmassage werden die entsprechenden Hautsegmente und Bindegewebssegmente vegetativ gereizt. Über die cutiviscerale Verbindung der Haut zu den inneren Organen werden dort Durchblutung und Funktion reguliert. Die Behandlungsdauer sollte bis zum Erreichen einer ausgeglichenen Reaktionslage erfolgen.
Anwendungsbereiche
- Erkrankungen des Magens, sowie des Leber- und Gallenbereiches
- Erkrankung des Urogenitaltraktes
- Asthma bronchiale, Bronchialerkrankungen
- Erkrankungen der Blutgefäße
- Nieren- und Blasenerkrankungen
- Erkrankungen des Verdauungstraktes
- Erkrankungen des Herzens
Fussreflexzonenmassage
Sie ist keine Massage im üblichen Sinn, sondern eine Behandlung im Bereich des Fußes. Sie geht vom Prinzip aus, dass alle Körperteile und Organe am Fuß eine Entsprechung haben. Dieser Punkt ist bei krankhaften Veränderungen des Organs oder des Körperteils auf Druck schmerzempfindlich. Durch Behandlung der entsprechenden Fußzonen kommt es zur positiven Beeinflussung der erkrankten Organe.
Anwendungsbereiche
- Vegetative Dystonie, funktionelle Organstörungen
- Wirbelsäulensyndrome, Gelenksbeschwerden
- Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen
- Erkrankungen des Verdauungssystems
- Gynäkologische und urologische Probleme
- Schmerzzustände wie zum Beispiel akute Ischialgie
Traditionelle Chinesische Massage (TUINA)
Die traditionelle chinesische Massage heißt auf chinesisch TUINA. Bei dieser Therapieform erfolgt eine Reizung von Akupunkturpunkten und Meridianverläufen durch bestimmte Griffe des Masseurs. Sie ist eine Alternative zur Akupunktur, die mittels Nadeln erfolgt. Die Anwendung empfiehlt sich in besonderem Maße bei sensiblen und nadelempfindlichen Patienten sowie bei Kindern.
TUINA aktiviert Haut, Bindegewebe, Muskeln, Gelenke und über deren Umwege auch innere Organe. Zusätzlich werden bei TUINA die betroffenen oder funktionsgestörten Gelenke durch den Masseur bewegt. Dies kann die Verklebung der Bänder oder Sehnenplatten lockern, die Dehnfähigkeit der Muskeln erweitern und die Blockade von Gelenken beseitigen. Außerdem kann die TUINA Beschwerden wie Verspannung, Schmerzen und Haltungsfehler beseitigen.
Einsatzmöglichkeiten z. B. am Bewegungssystem
- Gestörte Gelenksfunktion
- Schmerzen von Muskeln und Verspannungen
- Parästhesien (Missempfindungen)
- Beweglichkeitseinschränkung
- Kopfschmerzen, Migräne



