Balneologische Therapien

Die Balneotherapie (Bädertherapie) ist eine Kur über einen längeren Zeitraum, bei der mit Wärme, Heilwasser, Moor oder Schlamm positive Wirkungen auf die Gesundheit erzielt werden. Sie wird zur Rehabilitation nach einer Krankheit eingesetzt, kann aber auch bei chronischen Leiden oder psychischer Belastung Besserung bewirken. Bei der Gasteiner Thermalkur steht das Gasteiner Thermalwasser, welches das natürliche Edelgas Radon enthält, im Zentrum der Therapie.

Wannenbäder, Unterwassertherapien, Inhalationen oder Moorpackungen sind die wichtigsten Formen der Balneotherapie in Gastein.


Radon-Thermalwannenbad


Das Radon-Thermalwannenbad ist das wichtigste Grund-Kurmittel. Die Spezialwannen enthalten 480 Liter Thermalwasser mit einer Badetemperatur von 36 bis 38 °C. Der Kurgast bleibt zwischen 15 und 22 Minuten im Wasser. Radongehalt (Wasser der Elisabethquelle Bad Gastein): 52 nCi/L.

Die Überwärmung des Körpers regt den Stoffwechselprozess an. Das im Thermalwasser gelöste Radon wird über die Haut und über die Atemwege in den Körper aufgenommen und wird nach kurzer Zeit wieder vollständig abgebaut. Das Radon stimuliert das Reparatursystem der Zellen. Durch die regelmäßigen Bäder wird das vegetative Nervensystem rhythmisiert.

Nach dem Bad folgt - ohne Dusche und Abtrocknen - eine Ruhezeit von cirka einer halben Stunde, bei der man einfach in das Badetuch eingehüllt bleibt.

Radon-Thermal-Unterwassertherapie


Die Unterwassertherapie gilt als wichtigstes Kurmittel bei Wirbelsäulen- und Gelenksproblemen. Durch den Auftrieb im warmen Wasser wird der Körper leicht, fast schwerelos. Zum besseren Training der Muskeln und Gelenke kommt die schmerzlindernde Wirkung von Wärme und Radon. Im Rahmen von Einzelanwendungen leitet ein Physiotherapeut zu Bewegungsübungen an. Bei Bedarf wird die Therapie mit Druckstrahl-Schlauchmassagen oder einer Behandlung mit der Glissonschlinge ergänzt. Wassertemperatur 34-36 °C, Therapiedauer 25 Minuten.

Nach dem Bad folgt - ohne Dusche und Abtrocknen - eine Ruhezeit von cirka einer halben Stunde, bei der man einfach in das Badetuch eingehüllt bleibt.

Anwendungsbereiche
  • degenerative, rheumatische Erkrankungen an Wirbelsäule und Gelenken
  • postoperative Zustände mit Beweglichkeitseinschränkungen und Abschwächung der Muskulatur
  • neurologische Erkrankungen mit Spastik, Akinetose und Koordinationsstörungen

Thermal-Inhalation


Die Inhalationen mit Radon-Thermalwasser führen zu einer örtlichen Überwärmung. Die Schleimhautdurchblutung nimmt zu, der Körper kann Infekte besser abwehren. Das Thermalwasser löst Verschleimungen und senkt die Neigung zu asthmatischen Verkrampfungen in den Atemwegen. Bei den Inhalationen können auch ätherische Öle oder Medikamente zugesetzt werden.

Moorpackungen


Wärmepackungen führen an bestimmten Körperstellen zur Überwärmung. Damit wird die Durchblutung und der Abtransport von Stoffwechselschlacken gefördert. Die positive Wirkung der Moorpackungen: weniger Schmerzen, bessere Funktion und Regeneration. Die Moorpackungen haben gegenüber Fango und Parafango folgende Vorzüge: Es liegt eine schonende Wärmeanflutung vor und durch die Zubereitungstechnik ist ein minimaler Moorverbrauch gegeben. Bei Moorunverträglichkeit kann auf Heublumensäcke zurückgegriffen werden. Nach der Therapie bitte nicht mit Seife duschen.

Anwendungsbereiche
  • degenerative Erscheinungen am Achsenskelett und an den großen sowie kleinen Gelenken des Körpers (Arthrosen)
  • Schmerzen der Sehnenansätze an Schultern, Knie und Hüften
  • Chronische Schleimbeutelentzündungen
  • Organfunktionsstörungen insbesondere Magenleiden, Leber-Galle-Leiden, Unterleibsbeschwerden, Blasenleiden